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1.6.2.10 Nordrhein-Westfalen

Die Stellung der Kindertagespflege im Land

Die Kindertagespflege hat in Nordrhein-Westfalen enorm an Bedeutung gewonnen. Insbesondere für die Betreuung der Kleinsten wird dieses Angebot wegen der kleinen überschaubaren Gruppen, des familiären Rahmens und der festen Bezugsperson sehr geschätzt. Deshalb ist die Kindertagespflege ein wichtiger Baustein zur Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für die ein- und zweijährigen Kinder.

Unterstützung der Kindertagespflege im Land

Das Land gewährt den örtlichen Trägern der öffentlichen Jugendhilfe für jedes Kind bis zum Schuleintritt in der Kindertagespflege einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 1.109 Euro (Kindergartenjahr 2020/2021), wenn die Voraussetzungen des § 24 Kinderbildungsgesetz (KiBiz) vorliegen. Für Kinder mit Behinderung oder Kinder, die von einer wesentlichen Behinderung bedroht sind, und bei denen dies von einem Träger der Eingliederungshilfe festgestellt wurde, erhält das Jugendamt 3.182 Euro pro Kind. Der Landeszuschuss steigt jährlich nach einem Index.

Die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe erhalten im Rahmen des Belastungsausgleichgesetzes vom 13. November 2012 Geldleistungen zum Ausbau und Erhalt von Plätzen für Kinder unter drei Jahren - auch für Plätze in der Kindertagespflege.

Darüber hinaus wird die örtliche Fachberatung landesseitig finanziell unterstützt und für angehende Kindertagespflegepersonen ein Zuschuss zur kompetenzorientierten Qualifizierung nach dem QHB an die Jugendämter gezahlt.

Zur Höhe der laufenden Geldleistung an die Kindertagespflegeperson gibt es keine landesrechtlichen Vorgaben. Die örtlichen Jugendhilfeträger sind bei der Festsetzung der leistungsgerecht ausgestalteten Beträge zur Anerkennung der Förderleistung frei.

Landesrechtliche Rahmenbedingungen

Das Land NRW hat einzelne Rahmenbedingungen der Kindertagespflege im Kinderbildungsgesetz (KiBiz) geregelt: Die Erlaubnis zur Kindertagespflege gilt in der Regel für maximal fünf Kinder. Im Einzelfall kann diese Erlaubnis zur Betreuung von maximal acht fremden Kindern erteilt werden (§ 22 Absatz 2 Satz 2 KiBiz), aber es dürfen nicht mehr als fünf Kinder gleichzeitig anwesend sein. In Nordrhein-Westfalen ist der Zusammenschluss von bis zu drei Kindertagespflegepersonen möglich. Jede dieser Kindertagespflegepersonen bedarf einer gesonderten Erlaubnis. In dieser sogenannten Großtagespflege können höchstens neun Kinder gleichzeitig betreut werden. Insgesamt können in der Großtagespflege grundsätzlich bis zu neun, wenn die Voraussetzungen des § 22 Absatz 2 Satz 3 KiBiz erfüllt werden, bis zu fünfzehn Betreuungsverträge abgeschlossen werden. Fünfzehn Verträge setzen neben anderem vor allem voraus, dass die Kindertagespflegepersonen eine kompetenzorientierte Qualifizierung zur Kindertagespflege nach dem QHB absolviert haben müssen. Ist die vertragliche und pädagogische Zuordnung des einzelnen Kindes zu einer bestimmten Kindertagespflegeperson nicht gewährleistet oder sollen zehn oder mehr Kinder gleichzeitig oder insgesamt betreut werden, so handelt es sich um eine Kindertageseinrichtung und es ist eine Betriebserlaubnis nach § 45 SGB VIII erforderlich. In Nordrhein-Westfalen kann Kindertagespflege auch in geeigneten Räumen geleistet werden, die weder zum Haushalt der Kindertagespflegeperson noch zu dem der Eltern gehören. Zur Kindertagespflege geeignete Personen sollen über vertiefte Kenntnisse zu den besonderen Anforderungen der Kindertagespflege verfügen. Sofern Kindertagespflegepersonen nicht sozialpädagogische Fachkräfte mit Praxiserfahrung in der Betreuung von Kindern sind, sollen sie über eine Qualifikation auf der Grundlage eines wissenschaftlich entwickelten Lehrplans verfügen, der inhaltlich und nach dem zeitlichen Umfang dem Standard des vom Deutschen Jugendinstitut entwickelten Lehrplans zur Kindertagespflege entspricht (entspricht 160 Ustd.). Diese Qualifikation soll spätestens ab der Betreuung eines zweiten Kindes vorliegen.

Weitere Regelungen, wie Erhebung und Höhe der Elternbeiträge obliegen den Jugendämtern als örtlichen Trägern der öffentlichen Jugendhilfe und damit der Satzungshoheit der kommunalen Räte.

Die Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der öffentlichen Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen (Landkreistag, Städte- und Gemeindebund und Städtetag), die Landesjugendämter beim Landschaftsverband Rheinland und beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der Landesverband Kindertagespflege NRW und das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen als Oberste Landesjugendbehörde haben sich in einer „Handreichung“ auf Gemeinsame Empfehlungen zur Kindertagespflege in Nordrhein-Westfalen verständigt.

Informationen zur Kindertagespflege

Informationsangebot zur Kindertagespflege im Internet:

Service

Die „Handreichung Kindertagespflege in Nordrhein-Westfalen“ kann unter www.mkffi.nrw heruntergeladen werden.

Ansprechstellen

  • Landesverband Kindertagespflege NRW
    u.a. mit Rechts- und Steuerberatung für Fachberatung der Kindertagespflege und Kindertagespflegepersonen aus NRW
    Breite Str. 10b
    40670 Meerbusch
    Tel.: 02159/8168166
    E-Mail: info@lv-ktp-nrw.de
  • Landschaftsverband Rheinland
    Kennedy-Ufer 2
    50679 Köln
    Petra Hahn
    Tel.: 0221/809-404
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
    Freiherr-vom-Stein-Platz 1
    48133 Münster
    Julia Kreimer
    Tel.: 0251/591-5962

Darüber hinaus können sich die Bürgerinnen und Bürger bei Fragen zur Kindertagespflege an das örtliche Jugendamt wenden.