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1.6.2.8 Mecklenburg-Vorpommern

Die Stellung der Kindertagespflege im Land

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es ein sehr gutes Netz an Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen. Die Förderung von Kindern in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege orientiert sich pädagogisch und organisatorisch an den Bedürfnissen, dem Entwicklungsstand und den Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder sowie den Bedürfnissen ihrer Familien. Für eine optimale Entwicklungsbegleitung nutzen die Kindertagespflegepersonen und die Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen die Bildungskonzeption für 0- bis 10- jährige Kinder in Mecklenburg-Vorpommern. Dadurch wird eine frühe individuelle Förderung der Kinder ermöglicht. Die Kinder sollen in besonderer Weise personale, soziale, kognitive, körperliche und motorische Kompetenzen sowie Kompetenzen in alltagspraktischen Bereichen wie zum Beispiel alltagsintegrierte Sprachbildung oder Medien und digitale Bildung erwerben (§ 3 Abs.1 KiföG M-V). 

Die Kindertagespflege in Mecklenburg-Vorpommern ist ein gleichrangiges Alternativangebot zu den Kindertageseinrichtungen, insbesondere für Kinder bis zum dritten Lebensjahr.

Die Qualitätsentwicklung in der Kindertagespflege ist weiterhin ein bedeutsamer Schwerpunkt im zuständigen Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung. Im Rahmen des Gesetzes zur Einführung der Elternbeitragsfreiheit, zur Stärkung der Elternrechte und zur Novellierung des Kindertagesförderungsgesetzes Mecklenburg-Vorpommern (Kindertagesförderungsgesetz M-V) vom 4. September 2019 (GVOBl. M-V S. 558) wurde die Kindertagespflege in Mecklenburg-Vorpommern bereits erheblich weiterentwickelt. Es wurden unter anderem 300 Unterrichtseinheiten als neue Mindestqualifikation für Kindertagespflegepersonen in § 19 Abs. 1 KiföG M-V festgeschrieben. Damit ist Mecklenburg-Vorpommern das erste Bundesland, das einen Standard von 300 Unterrichtseinheiten nach dem Kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege (QHB) in einem Landesgesetz festschreibt. Alle Personen, die seit dem 1. Januar 2020 eine Tätigkeit als Kindertagespflegeperson aufnehmen, sollen über diese Mindestqualifikation oder über eine vergleichbare Qualifikation verfügen. Außerdem wurden die personellen Zuständigkeiten für die Fach- und Praxisberatung und die Erlaubniserteilung bei den örtlichen Trägern der öffentlichen Jugendhilfe getrennt. Zur Verbesserung der Vernetzung der Kindertagespflegepersonen wurden regelmäßige Regionaltreffen eingeführt, die in § 20 Abs. 2 KiföG M-V verankert sind. Außerdem wurde in § 20 Abs. 1 KiföG M-V festgelegt, dass Kindertagespflegepersonen jährlich mindestens 25 Stunden Angebote der Fort- und Weiterbildung wahrnehmen müssen. Dafür wurden durch das Land Mecklenburg-Vorpommern zusätzliche Haushaltsmittel bereitgestellt.

Unterstützung der Kindertagespflege im Land

Die frühkindliche Bildung von Kindern trägt wesentlich zur Chancengleichheit bei. Mit der individuellen Förderung von Kindern in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege soll insbesondere Benachteiligungen entgegengewirkt werden, die der Chancengleichheit beim Eintritt in die Schule entgegenstehen. Deshalb übernimmt das Land Mecklenburg-Vorpommern durch das Gesetz zur Einführung der Elternbeitragsfreiheit, zur Stärkung der Elternrechte und zur Novellierung des Kindertagesförderungsgesetzes Mecklenburg-Vorpommern (Kindertagesförderungsgesetz M-V) vom 4. September 2019 (GVOBl. M-V S. 558) seit dem 1. Januar 2020 die Kosten für die vollständige Beitragsfreiheit der Eltern und in vollem Förderumfang (bis zu 10 Stunden täglich). Dies gilt auch für die Förderung von Kindern in der Kindertagespflege in Mecklenburg-Vorpommern. 

Kindertagespflegepersonen erhalten gemäß § 23 Absatz 2 Achtes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII) laufende Geldleistungen. Die Höhe der laufenden Geldleistungen wird in Mecklenburg-Vorpommern durch die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe eigenständig festgelegt. Das Land Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich auch an den Kosten der Kindertagespflege über das Finanzierungssystem des KiföG M-V mit 54,5 Prozent. Dies betont noch einmal, dass jedes Kind – gleich ob es in einer Kindertageseinrichtung oder in der Kindertagespflege betreut wird – gleichermaßen vom Land Mecklenburg-Vorpommern in seiner frühkindlichen Bildung unterstützt wird.

Landesrechtliche Rahmenbedingungen

Rechtliche Grundlage für die Kindertagesförderung in Mecklenburg-Vorpommern ist das Kindertagesförderungsgesetz (KiföG M-V). Die rechtlichen Rahmenbedingungen der Kindertagespflege sind in den §§ 18 bis 20 KiföG M-V geregelt. Darin ist unter anderem auch die Ausgestaltung der Kindertagespflege hinsichtlich der Zahl der in Kindertagespflege betreuten Kinder festgelegt. Auch die im Abschnitt „Die Stellung der Kindertagespflege im Land“ beschriebenen Neuerungen in der Kindertagespflege sind in diesem Teil des Kindertagesförderungsgesetzes verankert.

Die Regelungen bezüglich der laufenden Geldleistungen für Kindertagespflege gemäß § 23 Absatz 2 befinden sich in den jeweiligen Satzungen bzw. Richtlinien der Landkreise und kreisfreien Städte.

Bei der landesrechtlichen Umsetzung der jeweiligen Investitionsprogramme des Bundes „Kinderbetreuungsfinanzierung“ wird auch die Kindertagespflege berücksichtigt.

Service

Ansprechpartner:

  • die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe der Landkreise und kreisfreien Städte
  • der Landesverband für Kindertagespflege Mecklenburg-Vorpommern e.V. unter www.kiz-mv.de
  • der Kommunale Sozialverband Mecklenburg-Vorpommern (Landesjugendamt) www.ksv-mv.de
  • das Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung Mecklenburg-Vorpommern, Referat „Kindertagesförderung und frühkindliche Bildung“ 
    Susanne Wollenteit, Tel.: 0385/588-9220 oder über susanne.wollenteit@sm.mv-regierung.de