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1.6.2.11 Rheinland-Pfalz

Die Stellung der Kindertagespflege im Land

Die Kindertagespflege ist als familiennahe und flexible Betreuungsform ein wichtiger Bestandteil der Gesamtkonzeption des Landes zum Ausbau der frühen Förderung und damit zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein Ziel ist es daher, die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe, in deren originärer Zuständigkeit die Kindertagespflege liegt, bei der qualitativen Weiterentwicklung des Angebots in der Kindertagespflege zu unterstützen. Eltern, die sich entscheiden, ihr Kind einer Tagespflegeperson anzuvertrauen, sollen die Gewissheit haben, dass ihr Kind auch unter pädagogischen Gesichtspunkten gut aufgehoben ist. Deshalb hat das Land bereits im Juli 2005 ein Förderprogramm zur "Qualifizierung von Tagespflegepersonen in Rheinland-Pfalz" gestartet, das im Januar 2011 mit einem Förderprogramm zur "Fortbildung von Tagespflegepersonen in Rheinland-Pfalz" ergänzt wurde.

Seit dem 1. Oktober 2017 fördert das Land die Qualifizierung von Tagespflegepersonen auf der Grundlage des Kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuchs des Deutschen Jugendinstituts (DJI). Die Landesförderung wird über die Verwaltungsvorschrift „Qualifizierung von Tagespflegepersonen in Rheinland-Pfalz“ des Ministeriums für Bildung geregelt.

Mit diesem Angebot unterstützt das Land die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe in ihrer Aufgabe, geeignete Tagespflegepersonen zu vermitteln und deren Qualifikation zu ermöglichen. Zudem wird die Qualität in der Kindertagespflege landesweit nachhaltig gestärkt.

Weitere Maßnahmen

Um dauerhaft das hohe Niveau der Qualifizierungsmaßnahmen zu gewährleisten, werden mit Unterstützung des Landes Weiterbildungen speziell für die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Bereich der Kindertagespflege durchgeführt.

Der Informations- und Erfahrungsaustausch der kommunalen Fachdienste der Kindertagespflege wird durch Veranstaltungen des Ministeriums für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen unterstützt.

Darüber hinaus wird die Kindertagespflege durch die im Landesgesetz zum Ausbau der frühen Förderung vorgesehene Bonusregelung in § 12 a Abs. 4 Kindertagesstättengesetz gefördert. Das Land zahlt 700 Euro für zweijährige Kinder, die in Kindertagespflege betreut werden, falls das Jugendamt eine Geldleistung im Sinne des § 23 Abs. 2 SGB VIII gewährt, und wenn in einem Jugendamtsbezirk am 31.12. eines Jahres insgesamt mehr als zehn Prozent der zweijährigen Kinder in Kindertagesstätten betreut werden. Mit der Anrechnung von Kindertagespflege bei der Auszahlung eines Betreuungsbonus beteiligt sich das Land unmittelbar an den Ausgaben der Jugendämter für die Kindertagespflege.

Landesrechtliche Rahmenbedingungen

Gesetzliche Grundlage ist das Kindertagesstättengesetz vom 15. März 1991 (GVBl. S. 79), zuletzt geändert durch § 1 des Gesetzes vom 29. Juni 2013 (GVBl. S. 256). Danach wird Kindertagespflege von einer geeigneten Tagespflegeperson in ihrem Haushalt, im Haushalt der oder des Sorgeberechtigten oder in anderen Räumen außer in Kindertagesstätten geleistet. In Abgrenzung zur Tageseinrichtung wird Kindertagespflege zugelassen, wenn außer den eigenen Kindern bis zu fünf fremde Kinder in Kindertagespflege betreut werden. Bei mehr als fünf Kindern, die ganztägig betreut werden, ist gemäß § 45 SGB VIII eine Betriebserlaubnis für eine Tageseinrichtung erforderlich. Mit diesen Regelungen wird sichergestellt, dass einerseits der familiäre Charakter dieser Betreuungsform erhalten bleibt, andererseits aber durch die Möglichkeit einer arbeitsplatznahen Betreuung die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert wird.

Informationen zur Kindertagespflege

Informationsangebot zur Kindertagespflege:

Auf dem Kita–Server des Ministeriums für Integration, Familie, Kinder und Jugend RLP unter http://www.kita.rlp.de

Empfehlungen zur Kindertagespflege - Beschluss des Landesjugendhilfeausschusses vom 8. Februar 2010 (.pdf, 186 KB)


© Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
[https://www.handbuch-kindertagespflege.de/1-wegweiser/16-ziele-der-politik/162-die-politik-der-bundeslaender/16211-rheinland-pfalz/]