Sie befinden sich in diesem Bereich der Seite:

Startseite - 4. Tipps und Handreichungen für Kommunen - 4.4 Beispiele guter Praxis - 4.4.1 Eschborn

4.4.1 Eschborn

1. Name/Bezeichnung des Modells

NET e.V. Netzwerk für Familie und Kinderbetreuung - Region Taunus (Hessen)

2. Ort/Bundesland

Eschborn, Region Taunus/Hessen

3. Träger

NET e. V., Stadt Eschborn, Stadt Bad Soden am Taunus, Stadt Schwalbach am Taunus, Stadt Sulzbach am Taunus, Hessisches Sozialministerium, die Unternehmen Ernst & Young, Continental TEVES, GIZ, AG&Co.oHG, Procter&Gamble, Arcor, das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle)

4. Kurzbeschreibung

Das Tagespflegeprojekt in Eschborn (Region Taunus) entwickelte sich als erste Maßnahme aus dem Lokalen Bündnis für Familie "Regionales Netzwerk Kinderbetreuung". In diesem Netzwerk arbeiten vier Kommunen (Eschborn, Soden, Sulzbach, Schwalbach), freie Träger der Jugendhilfe, die lokale Wirtschaft sowie der Verein Netzwerk für Eltern und Tagesfamilien NET e. V. (www.net-e-v.de) zusammen. Das Netzwerk verfolgt einen explizit sozialräumlich orientierten Ansatz und will flexibel nutzbare Betreuungsangebote für Kinder in der Region Taunus schaffen. Der Schwerpunkt des ersten Projektes liegt auf der Anwerbung, Qualifizierung und Vermittlung von Tagesmüttern bzw. -familien.

Die Ausbildung und Qualifizierung von Tagesmüttern zur Schaffung eines bedarfsorientierten Betreuungsangebots ist für interessierte Personen kostenlos. Sie erhalten ein Zertifikat des "Bundesverbandes für Kinderbetreuung in Tagespflege e. V.", wodurch ein hohes Maß an Fachlichkeit gewährleistet wird. Unternehmen der Region unterstützen die Netzwerkarbeit auf unterschiedliche Weise. Vor allem finanzieren sie die Qualifikationsmaßnahmen für angehende Tagesmütter.

Der Verein NET e. V. als Träger des Projekts will Eltern und Tagesfamilien unterstützen und eine Informationsplattform für Kommunen, Arbeitnehmer/-innen und Arbeitgeber/-innen anbieten, die Kindern zu qualitativ hochwertiger Betreuung verhilft. Der Verein arbeitet, bis auf die Sprechstunden mit bezahlten Fachkräften, weitgehend ehrenamtlich. Die Stadt Eschborn gewährt dem Verein einen jährlichen Zuschuss von € 20.000,-. Außerdem stellen die Kommunen Räume zur Verfügung, und kooperierende Unternehmen bringen ihr Know-how ein.

Die Regionale Betreuungsbörse von NET e. V. ist ein Kernstück des Netzwerks. Sie bietet Eltern und Tagespflegepersonen die Möglichkeit, sich online über das vorhandene Angebot in der Region zu informieren, das eigene Betreuungsangebot ins Netz zu stellen, freie Betreuungsplätze anzubieten und eine geeignete Betreuung für das eigene Kind zu finden. Im Internetportal von NET. e. V. finden sich Angaben zum Qualifikationsgrad der Tagesmutter (Zertifikatsstufe), zu den Altersstufen der zu betreuenden Kinder sowie eine Beschreibung der Situation in der Tagesfamilie. Daneben bietet der Verein auch die Gelegenheit, ein persönliches Gespräch im Rahmen der Sprechstunde für Tagesfamilien und Eltern zu nutzen.

Neben der kostenlosen, zertifizierten Ausbildung wird in dem Projekt Wert auf die Vernetzung der Tagesmütter und auf Lobbyarbeit gelegt. Tagesmütter können während ihrer Arbeit einen Spieltreff besuchen, sich so aus ihrer Privatheit lösen und sich untereinander austauschen. Das Netzwerk betreibt Öffentlichkeitsarbeit mit einem Internetportal und Sprechstunden. Eltern und Unternehmen werden somit über die Angebote der Betreuung informiert. Für den Ausbau der Kindertagespflege in der Region hat sich das Netzwerk folgende Ziele gesetzt: In den fünf Kommunen sollen Tagesmütter bestmöglich qualifiziert und Fortgebildet werden. Die Zielvorgabe für das Regionale Netzwerk für Kinderbetreuung Taunus lag bei 198 Betreuungsplätzen für das Jahr 2005. Eine grobe Schätzung zeigt, dass bislang rund 150 bis 200 Plätze vorgehalten werden.

5. Modellhaftigkeit

Sozialraumprinzip umgesetzt in der Bedarfsplanung und bei der Qualifizierung der Tagesmütter
Das regionale Netzwerk für Kinderbetreuung wurde von der Frauenbeauftragten der Stadt Eschborn maßgeblich initiiert. Dem Netzwerk gehören mittlerweile vier Kommunen an. Diese regionale Ausrichtung ist eine Besonderheit. Sie zeigt, dass rasche Erfolge in der Kindertagespflege möglich sind, wenn Kommunalverwaltungen fachlich eng zusammenarbeiten und ihre administrativen Grenzen verlassen, um lebensnahe Lösungen für soziale Probleme zu finden.

Vor der konkreten Maßnahmenentwicklung des Netzwerks stand zunächst eine Konzept- und Projektentwicklung, die die Situation von Familien in der betroffenen Region aufzeigte: Welche Aktionsradien der Familien und Alltagswege von Eltern lassen sich nachzeichnen? Wie sieht der Alltag von erwerbstätigen Eltern aus? Welche Orte in der Region (unabhängig von Verwaltungsgrenzen der Kommunen) sind wichtig, und wo lassen sich Betreuungsangebote "andocken"?

Auf der Grundlage dieses Konzeptes wurden konkrete Maßnahmen angestoßen. In einem ersten Schritt geht es vor allem darum, Tagesfamilien zu finden, Tagesmütter zu qualifizieren und ihre Betreuungsdienste an Angehörige von Unternehmen und andere Eltern in der Region zu vermitteln.

Seite 1 von 2 | weiter