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4.2.1 Aufbau eines Nachfragesystems

Eltern/Erziehungsberechtigte fragen die pädagogische Dienstleistung "Kindertagespflege" nach. Im Rahmen der Jugendhilfeplanung (4.2.3.1) werden die Förderungs- und Betreuungsbedarfe der Eltern wahrgenommen und erfasst.

Kindertagespflege soll gemäß § 24 SGB VIII "bedarfsgerecht" angeboten werden.

Ein Kind, das das erste Lebensjahr noch nicht vollendet hat, ist in einer Tageseinrichtung oder in Kindertagespflege zu fördern, wenn

1. diese Leistung für seine Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit geboten ist oder

2. die Erziehungsberechtigten

a) einer Erwerbstätigkeit nachgehen, eine Erwerbstätigkeit aufnehmen oder Arbeit suchend sind,

b) sich in einer beruflichen Bildungsmaßnahme, in der Schulausbildung oder Hochschulausbildung befinden oder

c) Leistungen zur Eingliederung in Arbeit im Sinne des SGB II erhalten.

Ein Kind, das das erste Lebensjahr vollendet hat, hat bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres Anspruch auf frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in Kindertagespflege, auch wenn Eltern nicht wie oben beschrieben berufstätig oder in Ausbildung sind. Auch über das erste Lebensjahr hinaus kann bei besonderem Bedarf oder ergänzend zur Kindertageseinrichtung oder zur Schule Kindertagespflege genutzt werden.

Um Kinderbetreuung in Tagespflege in Anspruch nehmen zu können, brauchen Eltern einen ausreichenden Planungshorizont und Planungssicherheit sowie Informations- und Beratungsangebote. Elterninformation (4.2.1.1) und Elternberatung (4.2.1.2) sind daher wichtige Elemente des Nachfragesystems.