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Bad Homburg v. d. Höhe, Hochtaunuskreis (Hessen)

Name/Bezeichnung des Modells

Fachdienst Kindertagespflege für den Hochtaunuskreis

Träger/Kooperationspartner

Jugendamt des Hochtaunuskreises

Kurzbeschreibung / Besonderheit und Beispielhaftigkeit des Modells

In unserem teilweise sehr ländlichen Kreisgebiet gibt es derzeit in der Tagespflege keine flächendeckende Versorgung.

Durch einen quantitativen (Ziel: mindestens 30 % von 35 % bis 2013) und qualitativen (Ziel: Bundeszertifizierung im Sinne des DJI-Curriculum im Umfang von mindestens 160 Stunden) Ausbau der Tagespflege in Kooperation mit den existierenden Tagespflegeinitiativen (5 eigenständige Vereine und ein städtisches Tagespflegebüro) soll eine flächendeckende, bedarfsgerechte Versorgung, sowie ein verlässliches Vertretungssystem bei Krankheit, Urlaub, Fortbildung der Tagespflegeperson entstehen.

Derzeit wird ein vierstufiges Vertretungsmodell entwickelt, welches vorsieht, dass:

  • in der ersten Stufe die Eltern die Vertretung selbst übernehmen
  • in der zweiten Stufe vertreten die in sogenannten Tagesmütter-Teams organisierten Tagespflegepersonen sich gegenseitig
  • in der dritten Stufe können die Kinder in Bereitschaftspflegestellen untergebracht werden
  • in der vierten Stufe wird eine Betreuung in einer Kinderkrippe als letzte Vertretungslösung angeboten.

In Kooperation mit den Tagespflegeinitiativen werden gemeinsame Standards für die Bereiche Qualifizierung, Fortbildung, Erstgespräche (neue Tagespflegepersonen, sowie Eltern), Vermittlung, Vertretungsregelung und Öffentlichkeitsarbeit entwickelt.

Ziel ist die Gewinnung neuer Tagespflegepersonen und die Festlegung qualitativer Standards für zu schließenden Kooperationsvereinbarungen.

Ein besonderer Schwerpunkt besteht in der Entwicklung eines bedarfsgerechten Angebotes im Bereich der Versorgung von Kindern unter einem Jahr, sowie bei der Betreuung der ein bis 3jährigen Kinder in den „Randzeiten“, an Wochenenden, Feiertagen und nachts.

Darüber hinaus sollen Kooperationsmöglichkeiten mit Betrieben und Pflegeeinrichtungen geprüft werden. Erste Gespräche haben stattgefunden.

Förderliche und hinderliche Faktoren

Die regional gut vernetzten 6 Tagespflegeinitiativen verfügen über umfangreiche Kontakte, besitzen einen hohen Bekanntheitsgrad und haben sich viel Fachkompetenz angeeignet. Es sind viele Personen vorhanden, die an Veränderungen, Entwicklung und Umsetzung engagiert mitarbeiten.

Eine Konsensfindung mit vielen Partnern ist natürlich langwieriger und erfordert eine hohe Kompromissbereitschaft. Eingetretene Pfade zu verlassen erfordert viel Energie. Bereits länger gewachsene Traditionen und Handlungsweisen lassen sich nur schwer verändern.

Projektergebnis / Weiterführung des Projekts

Das 4-Stufen-Vertretungsmodell ist fest installiert und läuft selbstverständlich weiter.

Eine Kooperationsvereinbarung wurde mit allen Tagespflege-Initiativen geschlossen. In der Vereinbarung sind pädagogische und strukturelle Standards festgelegt worden und werden künftig einheitlich umgesetzt.

Die Qualifizierung wurde auf das DJI-Curriculum ausgeweitet und wird auch künftig auf der Basis von 160 UE durchgeführt werden.

Im Bereich des quantitativen Ausbaus sind wir im Hochtaunuskreis ebenfalls im Plan und haben die Hoffnung, dass wir im kommenden Jahr (2013) die geforderten 30 % von mindestens 35 % erreichen werden. Eine flächendeckende Versorgung konnte bisher zumindest in der Form sichergestellt werden, dass die Zuständigkeitsbereiche der Tagespflegeinitiativen soweit ausgedehnt wurden, dass auch in den ländlichen Gebieten alle Orte versorgt sind. Dies bedeutet jedoch nicht, dass in jedem Ort eine TPP zu finden ist, sondern dass nun flächendeckend Qualifizierung, Beratung und Vermittlung sichergestellt ist.

Mit den Ergebnissen von drei Befragungen der Tagespflegepersonen im Projektzeitraum hat sich gezeigt, dass die Betreuung außerhalb von Kita-Öffnungszeiten (Randzeitenbetreuung) unter der Woche wichtig ist und dass hierfür mittlerweile auch gute Angebote seitens der Tagespflegepersonen gemacht werden. Die Wochenendbetreuung ist allerdings kaum ein Thema, da dieser Bedarf sehr gering ist.

In vielen Kontakten mit Firmen und durch zwei Firmenbefragungen im Projektzeitraum untermauert, können wir für unsere Region derzeit feststellen, dass das Interesse der meisten Firmen eher gering ist, sich aktiv in die Betreuungsangebote für Mitarbeiter einzubringen. Abklärungen mit interessierten Firmen konnten bisher jedoch zu keinem Ergebnis geführt werden. Dies ist sicher auch damit zu erklären, dass die Betreuungsangebote in unserer Region überdurchschnittlich sind.

Kontaktadressen (Ansprechpartner, Telefon, mail, Website)

Hochtaunuskreis
Leitstelle für Kinder, Jugendarbeit, Betreuungsstelle und Sozial-psychiatrischer Dienst, Fachdienst Kindertagespflege
Ludwig-Erhard-Anlage 1-5
61352 Bad Homburg v.d. Höhe
Reiner Blumer
Tel.: 06172-999-5135
E-Mail: reiner.blumer@hochtaunuskreis.de
Webseite: www.hochtaunuskreis.de