Mainz-Bingen, Landkreis (Rheinland-Pfalz)

Name/Bezeichnung des Modells

Aktionsprogramm Kindertagespflege im Landkreis Mainz-Bingen

Träger/Kooperationspartner

Landkreis Mainz-Bingen/Fachberatung Kindertagespflege, Agentur für Arbeit Mainz, Center für Arbeitsmarktintegration Mainz-Bingen, Kreisvolkshochschule Mainz-Bingen, Netzwerk Kinderschutz im Landkreis Mainz-Bingen, Fachberatung Kindertagesstätten, Lokale Bündnisse für Familien im Landkreis Mainz-Bingen

Kurzbeschreibung / Besonderheit und Beispielhaftigkeit des Modells

Die Weiterentwicklung und der Ausbau der Kinderbetreuung für Kinder unter 3 Jahren besitzen einen hohen Stellenwert im Landkreis Mainz-Bingen. Bereits im März 2010 stehen für 34% der Kinder unter 3 Betreuungsplätze in Kindertagesstätten und Kindertagespflege zur Verfügung.

Seit 2005 qualifiziert die Fachberatungsstelle in Kooperation mit der Kreisvolkshochschule pro Jahr zwischen 12 und 30 Tagespflegepersonen im Umfang von 160 Unterrichtsstunden nach dem Deutschen Jugendinstitut. Von den 100 aktiven Tagespflegepersonen sind 72 im Umfang von 160 Stunden qualifiziert, ab Herbst 2010 können Tagespflegepersonen nur noch in Ausnahmefällen vor Absolvierung des Grundkurses tätig werden.

Die Fachberatungsstelle/ Vermittlungsstelle ist mit einer Stelle sowie im Projektzeitraum mit weiteren 0,75 Stellen pädagogischer Fachkräfte besetzt.

Selbständige Tagespflegepersonen erhalten derzeit 4,20 € pro Stunde und Kind plus zusätzlich hälftige Übernahme der Sozialversicherungskosten. Für Ausstattungsgegenstände unterhält der Kreis einen Materialpool aus Landesförderung, aus dem tätige Tagespflegepersonen sich kostenfrei Ausstattungsgegenstände, Krippen- und Kinderwagen sowie Spielmaterialien leihen können.

Im Rahmen des Aktionsprogramms liegt der Schwerpunkt auf der:

  • Vernetzung von Tagespflegepersonen im Flächenlandkreis: Dezentral, an 2 Standorten, werden Fachaustauschtreffen mit pädagogischer Begleitung angeboten, in denen die Tagespflegepersonen im 4-wöchigen Rhythmus zur kollegialen Beratung zusammenkommen.

  • Etablierung eines kindgerechten Vertretungssystems (Tandemmodell): örtlich engmaschig werden Spielkreise für je ca. 5 Tagespflegepersonen mit ihren Tageskindern angeboten. Diese Treffen dienen zum einen dem pädagogischen Input, aber auch dazu, dass die Tageskindern die anderen Tagespflegepersonen im Umkreis kennen lernen und die Tagespflegepersonen sich zu passenden Vertretungstandems á 2-3 Tagespflegepersonen zusammenfinden, die sich noch engmaschiger in den eigenen Räumlichkeiten treffen, damit im Vertretungsfall die unter 3 Jährigen Kinder von einer möglichst vertrauten Person in einer bereits vertrauten Umgebung betreut werden können.

  • Fort- und Weiterbildung: Im Anschluss an die Grundqualifizierung werden zu einzelnen Themen bedarfsgerecht Fortbildungen angeboten, perspektivisch sollen alle Tagespflegepersonen ca. an 1- 2 Weiterbildungsveranstaltungen pro Jahr teilnehmen.

Förderliche und hinderliche Faktoren

Förderlich ist die langjährige Landesförderung der Qualifizierung, weshalb die Rekrutierung von geeigneten Personen bisher unproblematisch war.

Hinderlich war bisher aber eine enorme Fluktuation. Auf die Tagespflege entfällt (abgesehen von Randzeiten) z.Zt. schwerpunktmäßig die Altersgruppe der 1-2 Jährigen, da viele Eltern das Elterngeld sowie Kindergartenplätze ab 2 Jahre in Anspruch nehmen. Im Flächenlandkreis ist eine Vernetzung schwierig, im Rahmen des Projekts wird daher dezentral gearbeitet. Wir hoffen, durch die Entlastung der Tagespflegepersonen durch ein Vertretungssystem sowie eine stärkere kollegiale Vernetzung eine Stabilisierung erreicht werden kann.

Projektergebnis / Weiterführung des Projekts

Alle Aufgaben, die im Rahmen des Projekts angestoßen wurden, werden weitergeführt. Dazu wird das Personal in der Fachberatung nach Ablauf des Projekts aufgestockt.

Kontaktadressen (Ansprechpartner, Telefon, Mail, Website)

Fachberatung Kindertagespflege
Georg-Rückert-Str. 11
55218 Ingelheim
Tel.: 06132-7873117