Hamburg

Name/Bezeichnung des Modells

Kindertagespflege als Beruf

Träger/Kooperationspartner

Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz, Amt für Familie. Sozialpädagogisches Fortbildungszentrum (SPFZ)/Behörde für Schule und Berufsbildung, Hamburger Institut für berufliche Bildung (HIBB).

Kurzbeschreibung / Besonderheit und Beispielhaftigkeit des Modells

Mit dem Modellprojekt „Kindertagespflege als Beruf“ soll die Verberuflichung eines Teils der Kindertagespflegepersonen durch die Entwicklung, Durchführung und Evaluation eines zweijährigen staatlich anerkannten Ausbildungsgangs „Sozialpädagogische Assistentin" mit einem Schwerpunkt Kindertagespflege (SPA) auf Berufsfachschulniveau umgesetzt werden. Durchlässigkeit und Anschlussfähigkeit zu anderen pädagogischen Berufen sind dabei von besonderer Bedeutung.

Ein weiteres Ziel ist die Klärung, wie die SPA-Ausbildung spezifisch auf die Kindertagespflege ausgerichtet werden kann.Die vom Institut für soziale und kulturelle Arbeit (ISKA) durchgeführte Befragung ergab, das über die Hälfte der befragten Tagespflegepersonen (54%) bereit ist, für eine professionelle Tagespflegetätigkeit eine pädagogische Ausbildung zu absolvieren. Beabsichtigt ist, für Tagespflegepersonen mit pädagogischer Ausbildung eine zusätzliche Entgeltstufe mit einem angemessenen Einkommen einzuführen. Mit dem Angebot einer Ausbildung auch für erfahrene und ältere Tagespflegepersonen, die damit eine Möglichkeit der Nachverberuflichung erhalten, wird sich durch die Maßnahme die Attraktivität des Berufsfeldes gerade für neu zu gewinnende Tagespflegepersonen und Berufswechsler erheblich steigern lassen.

Die Ausbildung soll berufsbegleitend durchgeführt werden. Dadurch kann die Tagespflegetätigkeit zeitgleich ausgeübt und als fachpraktischer Teil der Ausbildung, ergänzt um Praktikumsanteile in Kindertagesstätten, gelten. Die Ausbildung soll für Tagespflegepersonen kostenfrei angeboten werden; entstehende Vertretungskosten für den wöchentlichen Schultag werden von der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz übernommen.

Im Modellprojekt sollen folgende Ziele erreicht werden:

  • Entwicklung einer zweijährigen berufsbegleitenden Ausbildung zum Abschluss „Staatlich anerkannte Sozialpädagogische Assistentin" mit einem Schwerpunkt Kindertagespflege
  • Ergänzung des Bildungsplans der Berufsfachschule (SPA) mit Lehrinhalten des DJI-Curriculums (Fächer, Lernfelder, praktische Ausbildung)
  • Curriculare Modifizierung des Bildungsplanes „SPA“ unter besonderer Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen des Arbeitsfeldes Kindertagespflege und der vorhandenen Kompetenzen und Qualifizierungsniveaus der Tagespflegepersonen
  • Präzisierung der Konturen eines eigenständigen Berufsbildes Kindertagespflege
  • Anschlussfähig- und Durchlässigkeit für weiterführende Ausbildungsgänge
  • Analyse von Voraussetzungen für eine Verstetigung der Ausbildung

Förderliche und hinderliche Faktoren

Die Tagespflegepersonen besuchen u.a. an einem vollen Wochentag die Berufsfachschule und können in dieser Zeit ihre Tageskinder nicht persönlich betreuen. Die anfallenden Vertretungskosten für die Gewährleistung der Betreuung an diesem Schultag werden von der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz für den Projektzeitraum im Umfang von ca. 120.000€ übernommen.

Kontaktadressen (Ansprechpartner, Telefon, E-Mail, Website)

Amt für Familie
Sozialpädagogisches Fortbildungszentrum (SPFZ)
Südring 32
22303 Hamburg
Dieter Gerber
Tel.: 040 / 42863-5204 / - 5552
E-Mail: dieter.gerber@basfi.hamburg.de
Webseite: http://www.hamburg.de/spfz/

Staatliche Fachschule für Sozialpädagogik - Fröbelseminar
Wagnerstraße 60
22081 Hamburg
Dr. Eitel-Siegfried Samland
Tel.: 040 / 428846-221
E-Mail: eitel-siegfried.samland@bsb.hamburg.de
Webseite: http://www.fsp1.de/